Eine Ausstellung kann auch politisch sein

Kunst ist politisch. Stimmt das? Vielleicht nicht immer. Aber manchmal ist Politik auch Kunst. Insbesondere dann, wenn Plakate gestaltet werden müssen. In Berlin hängen sie jetzt wieder an allen Litfaßsäulen und Straßenlaternen: Wahlplakate. Die meisten weisen keinen besonderen Gestaltungswillen auf. Aber es gibt auch Plakate, die in beiden Bereichen glänzen, die eine scharfe politische Botschaft mit exzellentem Design verbinden. Viele solcher Werke sind derzeit im Frankfurter Karmeliterkloster zu sehen. Hier hängt eine Ausstellung von Studenten der Offenbacher Hochschule für Gestaltung. Die Studierenden haben sich unter dem Titel „Ins Auge. Junge politische Plakatkunst“ der Gestaltung ebensolcher Werke gewidmet. Viele politische Plakate in der Ausstellung greifen aktuell brisante tagespolitische Themen auf. Die Flüchtlingskrise, die AFD, die Skandale um Bestechung und Steuerhinterziehung im Fußball. Beeindruckend klar sind die Aussagen der Werke, von denen viele ganz ohne Worte auskommen. So deutliche politische Botschaften würde man auch in den Medien gerne mal antreffen. Doch für die Studenten ist es leicht, radikal zu sein. Außer im Karmeliterkloster werden die meisten dieser Plakate wohl nicht in der Öffentlichkeit hängen. Wer sich für historische Plakate interessiert, findet übrigens im Deutschen Historischen Museum in Berlin einen reichen Schatz an etwa 80.000 Plakaten, von den Anfängen des Plakatdrucks bis heute.

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